Kräuter für die Atemwege November 2015

Kräuter für die Atemwege November 2015

Kräuter für atemwegserkrankte Pferde

Wenn dein Pferd Probleme mit einer Atemwegserkrankung hat, ist eine Bronchoskopie immer eine gute Idee, um eine genaue Diagnostik zu erhalten.

Wenn du dein Pferd bei Husten nicht dauerhaft mit Medikamenten behandeln möchtest, kannst du es auch gut mit natürlichen Mitteln unterstützen – sei es mit Soleinhalation, Akupunktur, Akupressur oder auch mit Kräutern.

Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) hat eine jahrtausendealte Tradition.

Bereits die alten Römer, Griechen, Chinesen, Ägypter und auch die Indianer haben sich mit den Heilkräften der Natur auseinandergesetzt und den Nutzen verschiedener Pflanzen erkannt. Bis heute ist ein Großteil dieses Wissens erhalten geblieben – und davon können nicht nur wir Menschen profitieren, sondern vor allem auch unsere Pferde.

Hier bekommst du eine kleine Auflistung von Kräutern, die dein Pferd bei Husten unterstützen können.

Bevor es jedoch losgeht, muss ich dich darauf hinweisen, dass die Fütterung von Kräutern keine fachkundige veterinärmedizinische Behandlung ersetzt und nur als unterstützende Maßnahme zu sehen ist.
Meine Informationen sind ohne Gewähr und sollten mit einem Tierheilpraktiker oder einem Futtermittelberater vor Ort abgesprochen werden.


Los geht’s:

  1. Brennnessel: Der Booster für das Immunsystem

  2. Sonnenhut / Echinacea: Stärkt die körpereigene Abwehr

  3. Hagebutte: Die Armee des Immunsystems

  4. Anis: Unterstützt das Abhusten

  5. Fenchel: Wirkt schleimlösend und entzündungshemmend

  6. Huflattich: Der Hustenvertreiber

  7. Isländisch Moos: Unterstützt bei Infekten der oberen Atemwege

  8. Salbei: Wirkt antiseptisch und entzündungshemmend

  9. Thymian: Wirkt stark schleimlösend


1. Brennnessel

Wir lieben und hassen dieses Kraut zugleich. Es brennt und wuchert, wo es will – aber wie bei den meisten Schönheiten kommt die Liebe von innen. Die Brennnessel ist sehr reich an Vitamin C und wirkt leberstärkend. Ebenso reinigt sie das Blut, wirkt abführend und unterstützt die Nierenfunktion.

Ein immunstarkes Pferd bietet eine geringere Angriffsfläche für Bakterien, Viren und andere Umwelteinflüsse. Daher kann es sinnvoll sein, Pferde mit Lungenerkrankungen mit Brennnesseltee oder getrockneten Brennnesseln zu unterstützen.

Anwendung:
Pferde fressen in der Regel keine frischen Brennnesseln. Hier bietet es sich an, vorhandene Pflanzen abzumähen und trocknen zu lassen. Dadurch verlieren sie ihre brennende Wirkung.
Die getrockneten Brennnesseln können kleingeschnitten unter das Futter gemischt oder als Tee aufgebrüht und verabreicht werden.


2. Sonnenhut / Echinacea

Mit Sonnenhut kannst du das Immunsystem deines Pferdes unterstützen. Sonnenhut – oder Echinacea, wie die Pflanze eigentlich heißt – soll die Abwehrkräfte stärken und die Blutbildung aktivieren. Bei Infekten und chronischen Entzündungen kann es hilfreich sein, Echinacea über einen längeren Zeitraum zu füttern.

Anwendung:
Sonnenhut gibt es in verschiedenen Formen: als Wurzel zum Untermischen ins Futter, als Tropfen (häufig alkoholhaltig) oder als Saft.


3. Hagebutten

Hagebutten haben einen hohen Vitamingehalt (Vitamin C, A und K) und sind damit ein echter Booster fürs Immunsystem. Sie unterstützen den Körper positiv bei Infekten.

Darüber hinaus wird der Hagebutte eine schmerzlindernde Wirkung bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose zugeschrieben. Außerdem soll sie das Hufwachstum fördern, sich positiv auf Haut und Fell auswirken und eine gute Prophylaxe gegen Würmer sein.

Hagebutten können im Herbst frisch geerntet und getrocknet werden.

Anwendung:
Die Hagebutte kann als Tee aufgebrüht und über das Futter gegeben oder frisch bzw. getrocknet gefüttert werden.


4. Anis

Anissamen enthalten ätherische Öle. Anis wirkt positiv auf die Atemwege, leicht krampflösend und dadurch beruhigend. Zudem ist er schleimlösend und verbessert das Abhusten.

Anwendung:
Anis kann als Tee verabreicht oder ins Futter gemischt werden. Empfohlen wird etwa eine Handvoll pro Tag. Auch als Pulver ist Anis erhältlich.


5. Fenchel

Die Früchte des Fenchels enthalten ätherische Öle, die nachweislich entzündungshemmend, schleimverflüssigend und antimikrobiell wirken. Fenchel unterstützt die Atemwege positiv und wirkt krampflösend, auswurffördernd sowie schleimlösend bei Husten und Bronchitis.

Anwendung:
Fenchel wird bevorzugt als Tee gegeben, da sich die ätherischen Öle durch heißes Wasser besser entfalten. Beliebt ist die Kombination Fenchel–Anis–Kümmel.


6. Huflattich

Huflattich heißt botanisch Tussilago, was „Husten vertreiben“ bedeutet. Er zählt zu den ältesten bekannten Hustenmitteln und ist besonders bei Husten und Bronchitis hilfreich.

Huflattich fördert das Abhusten, da er Schleimstoffe, Gerbstoffe und Mineralsalze enthält. Zudem sollen die Blätter blutreinigend, beruhigend und schweißtreibend wirken.

Anwendung:
Getrocknete Blüten und Blätter können als Tee aufgebrüht werden. Außerdem gibt es Hustensirup aus Huflattich zur Gabe über das Futter.


7. Isländisch Moos

Isländisch Moos ist eine Flechte, die in Nordeuropa, Nordamerika und Nordasien vorkommt. Trotz des Namens wächst sie nicht ausschließlich auf Island.

Sie wirkt krampflösend und antiseptisch und enthält Schleim- sowie Bitterstoffe. Besonders bei Infekten der oberen Atemwege ist sie sehr hilfreich und Bestandteil vieler Kräutermischungen.

Anwendung:
Isländisch Moos wird als Kräutermischung ins Futter gegeben oder als Tee aufgebrüht. Da Pferde den bitteren Geschmack oft nicht mögen, empfiehlt sich die Kombination mit Apfelessig oder etwas Honig.


8. Salbei

Salbei enthält ätherische Öle und wird aufgrund seiner antiseptischen Wirkung bei Entzündungen im Maul- und Rachenbereich sowie bei Husten eingesetzt. Er wirkt schleimlösend und ist Bestandteil vieler Kräutermischungen für die Atemwege.

Anwendung:
Salbei kann frisch oder getrocknet gefüttert oder als Tee über das Futter gegeben werden.


9. Thymian

Thymian ist nicht nur ein beliebtes Küchenkraut, sondern auch ein wirksames Heilkraut. Er wirkt stark schleimlösend, antibakteriell, krampflösend und wundheilend.

Wichtig:
Tragende Stuten sollten keinen Thymian erhalten – weder als Kraut noch als Tee.

Anwendung:
Bei Husten und entzündlichen Atemwegsbeschwerden eignet sich Thymiantee besonders gut. Alternativ kann Thymian frisch oder getrocknet dem Futter beigemischt werden.


Quelle:
Cornelia Wittek: Von Apfelessig bis Teebaumöl – Hausmittel und Naturkräfte für Pferde, Kosmos Verlag, 2005